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„Schau mir in die Augen, Kleines“

Körpersprache ist die älteste Form der Verständigung. Wir sprechen kein Wort und trotzdem kommunizieren wir durch Körperhaltung und Mimik. Wir können gar nicht nicht kommunizieren - der Körper spiegelt unsere Emotionen wider, und kann dabei nicht lügen.

Wissenschaftler/innen fanden heraus, dass die Bewertung einer Person zu 95 Prozent von Geruch, Kleidung, Stimmlage, Betonung und vor allem Körpersprache beeinflusst wird und nur zu fünf Prozent von dem was die Person sagt. Zur Körpersprache gehören alle Formen der Körperhaltung und -bewegung, Distanzverhalten, sowie Gestik und Mimik. An Letzterem kann man die Gefühlslage eines Menschen am besten erkennen. Um uns Menschen besser zu verstehen, analysieren Wissenschaftler/innen jede Muskelbewegung bei der Mimik - Veränderungen auf Makro- und Mikroebene (Makrosignale sind mit bloßem Auge erkennbar, Mikrosignale nur durch Zeitlupen-Aufnahmen). Die Ergebnisse werden unter anderem in der Filmindustrie für Animationsfilme verwendet, um Figuren wie Shrek und Rapunzel Gefühle ins Gesicht zu zaubern.

Personen, die unter psychischen Erkrankungen, wie dem Borderline-Syndrom, Autismus oder Schizophrenie leiden, können vielfach Mimik nicht richtig deuten, was zu vielen sozialen Problemen führt. Mimik und Gestik benutzen wir sehr häufig unbewusst, und wir können sie auch nicht „ausschalten“. Schockiert uns eine Nachricht ehrlich, können wir dies meist gar nicht verbergen. Oft benützen wir sogar beim Telefonieren unsere Hände zum Unterstreichen der Worte. Forscher erklären dieses Phänomen durch die Tatsache, dass die Bereiche, die im Gehirn für Sprache und Handbewegungen zuständig sind, sehr nahe aneinander liegen.

Wir setzen Körpersprache aber auch ganz bewusst mit angelernten Fähigkeiten ein: z.B. Lächeln, ein ausdruckloses „Pokerface“, selbstbewusster Händedruck, etc. Jede Gruppe, Gesellschaft und Kultur entwickelt ein eigenes System von nonverbalen Symbolen. So bedeutet ein emporgestreckter Daumen z.B. in unterschiedlichen Kulturkreisen ganz verschiedene Dinge. Es gibt aber auch Körpersignale, die weltweit verstanden werden, wie zum Beispiel der Ausdruck von „Basis-Gefühlen“ (Angst, Glück, Trauer, Überraschung und Abscheu). Also egal wo du bist, über ein Lächeln freut sich jeder! ;)

Mia Kleinhäntz

kumquat "Sprache" 4/2014

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