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Menschenrechte sind olympisch

Herren-Fußball-WM, Olympia und die Menschenrechte

2014. 13. Juli. Der Kapitän der deutschen Fußballnationalmannschaft hebt jubelnd den Weltmeisterpokal in die Höhe. Glitzerregen aus Goldflankerl. Fußball-Euphorie überall. Die Herren-Fußballweltmeisterschaft in Brasilien ging eben in Glanz und Glorie zu Ende. Wer nur die Übertragung der Fußballspiele anschaute, der erlebte Fußballfieber mit stereotypem lateinamerikanischem Flair deluxe. Ein wochenlanges Fest.

Aber bei der Weltmeisterschaft gab es Schattenseiten: Tausende Menschen wurden vertrieben, Menschen verloren ihre Heimat, die Polizei ging mit extremer Gewalt gegen Demonstrant/innen vor um für „Recht und Ordnung“ zu sorgen, Kinder und Jugendliche wurden sexuell ausgebeutet. Und von den Millionen, die im Rahmen der WM ausgegeben werden, kommt kaum etwas den Menschen vor Ort zugute – es profitieren viel eher ausländische Investoren und internationale Konzerne wie Coca Cola.

Nosso Jogo, die Initiative für globales Fair Play, bei der auch die Dreikönigsaktion Mitglied ist, wies schon damals auf die Schattenseite der Weltmeisterschaft hin. Nosso Jogo setzt sich weltweit dafür ein, dass Menschen- und vor allem Kinderrechte nicht durch Sportgroßereignisse verletzt werden. Denn mit der Herren- Fußballweltmeisterschaft ist es noch lange nicht vorbei…

Februar 2016. Der Countdown zu den Olympischen Sommerspielen in Rio de Janeiro (5.-21. August 2016) und zu den Paralympics (7.-18. September 2016) läuft. Es sind nur noch wenige Monate, bis das nächste Riesensportspektakel in Brasilien über die Bühne geht. Obwohl die olympische Bewegung sich der Idee verschrieben hat, „den Sport in den Dienst der harmonischen Entwicklung der Menschheit zu stellen, um eine friedliche Gesellschaft zu fördern, die der Wahrung der Menschenwürde verpflichtet ist“, kommt es wieder zu gravierenden Menschenrechtsverletzungen. Ca. 70.000 Menschen werden zwangsweise umgesiedelt. Um den Gästen ein „sauberes“ Rio präsentieren zu können, wird von der Polizei in den Favelas (Armenvierteln) und bei Protesten mit enormer Gewalt „aufgeräumt“. Und auch bei den Olympischen Spielen wird der Großteil der Kosten aus öffentlichen Geldern bezahlt werden. Geld, das dann für Schulen, Krankenhäuser oder die Sanierung der Kanalisation fehlt.

Wir fordern darum wieder ganz laut: Menschen dürfen niemals unter Sportgroßereignissen leiden! Menschenrechte müssen geschützt und verwirklicht werden. Keine Vertreibungen, Gewalt und Geldverschwendung für olympische Spiele! Menschenrechte müssen auch vor und während Sportgroßereignissen gelten.

10.000 Kilometer der Solidarität

Manchmal ist es alleine schwer, gehört zu werden. Und so wollen wir ALLE GEMEINSAM auf die Probleme in Brasilien aufmerksam machen. Denn nur wenn viele Menschen weltweit mit den Betroffenen protestieren, werden unsere Stimmen gehört!

Deshalb haben wir uns ein Ziel gesetzt, ein olympisches Ziel sozusagen! Gemeinsam wollen wir die 10.000 Kilometer von Österreich bis Rio de Janeiro zurücklegen und auf diese Weise die Menschenrechte symbolisch nach Rio tragen. Egal in welcher Disziplin: Laufen, Radfahren, Schwimmen usw. kann dieser Weg zurückgelegt werden – bei uns ist jede Fortbewegungsart olympisch!

Ihr könnt als Gruppe oder auch als Einzelpersonen eure Kilometer zwischen 1. Februar und 15. September auf www.menschenrechte-sind-olympisch.at posten – am besten mit einem Foto. Auf dieser Website sieht man dann, wie wir Rio de Janeiro im wahrsten Sinne des Wortes Schritt für Schritt näher kommen.

Kilometer kreativ zurücklegen – eine Ideensammlung

„Viele kleine Leute an vielen kleinen Orte, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern!“ So lautet ein afrikanisches Sprichwort. Nach demselben Prinzip werden wir die Welt ein wenig verändern, sie besser machen und den Menschen in Brasilien zeigen, dass sie nicht alleine sind!

Du kannst natürlich selbst Kilometer sammeln: Beim Sporteln und Trainieren, beim Wandern mit Freund/innen, beim Laufen (von der Runde im Park bis hin zum Marathon), beim Klettern, … Eine tolle Möglichkeit ist es, wenn du gemeinsam mit deinen Jungschar-Kindern Kilometer sammelst. Erzähl ihnen von Brasilien und was die Herren-Fußball-WM und die Olympischen Spiele für die Kinder dort bedeuten. Und dann: Auf die Plätze, fertig, los!

Hier gibt es eine Liste mit 15 lustigen Ideen, wie Jungschar-Kinder beim Meter-Sammeln ganz viel Spaß haben –  in der Jungschar-Stunde oder am Sommerlager:

  • Kirchturmlauf: Messt die Meter, die ihr zurücklegt, wenn ihr alle Treppen bis zur Kirchturmspitze hinaufgeht und schaut euch da gleich mal die Glocke an!
  • Sackhüpf-Olympiade: Baut einen lustigen z.B. 100m langen Parcour auf, den alle Kinder am Jungscharlager sackhüpfend meistern!
  • Kirchenkarussell: Wie viele Meter braucht man, um einmal um eure Kirche zu laufen? Veranstaltet ein kreisrundes Rennen rund um die Kirche – jedes Kind läuft so viele Runden, wie es mag und am Schluss zählt ihr die Meter zusammen!
  • Olympisch im Schwimmbad: Macht einen Ausflug ins Schwimmbad und sammelt beim Längenschwimmen im kühlen Nass alle gemeinsam Meter für Brasilien!
  • (Brasilianische) Rätselrallye: Veranstaltet eine Rätselrallye, vielleicht zum Thema Brasilien, durch euer Pfarrgebiet und messt die Kilometer, die alle Kinder gemeinsam zurücklegen.
  • Olympisches Kugeln: Sucht euch eine nicht zu steile Wiese und messt, wie viele Meter es von oben bis ganz unten sind. Dann kugelt euch gemeinsam die Wiese hinunter!
  • Jungschar-Wanderung: Sucht euch ein tolles Ziel und einen schönen Weg aus und macht eine Wanderung mit euren Jungschar-Kindern! Da kann man gleich ordentlich Kilometer sammeln!
  • Springseilhüpfen: Macht ein Springseilhüpfen und sammelt Springseil hüpfend Meter! Vielleicht kann jemand besonders weit, besonders hoch oder besonders lustig hüpfen?
  • Teamwork-Meter: Legt eine Strecke in Disziplinen zurück, die Teamwork erfordern und sammelt so gemeinsam doppelt Meter! Z.B. beim Dreibeinlauf, Schubkarrenfahren, Balancieren, mit geschlossenen Augen geführt werden, …
  • Olympische Wallfahrt: Vielleicht gibt es bei euch in der Pfarre eine Gruppe, die auf Wallfahrt geht? Vielleicht gehen dort auch Jungschar-Kinder, Eltern oder Gruppenleiter/innen mit? Egal ob ihr dabei seid, oder nicht, informiert die Gruppe über die Initiative „Menschenrechte sind Olympisch – 10.000km der Solidarität“ und fragt sie, ob sie nicht auch Kilometer sammeln möchten!
  • Fackelwanderung: Macht euch mit euren Jungschar-Kindern in der Nacht auf den Weg! Abends, am Wochenende oder am Sommerlager. Ihr könnt mit Fackeln gehen oder, wenn es eine schöne Nacht ist, reicht vielleicht das Sternenlicht?
  • Purzelbaum-Rad-Schlag-Handlauf-Rekord: Sucht euch eine weiche Wiese oder polstert einen Raum gut mit Matten. Dann geht’s sportlich von einem Ende zum anderen und ihr sammelt gemeinsam Meter beim Purzelbaum machen, Räder schlagen, auf den Händen gehen, …
  • Sportliches Eis Essen: Zur Feier des Abschlusses des Jungschar-Jahres gemeinsam Eis zu essen ist etwas Nettes, egal ob mit den Kindern oder mit der GL Runde! Sucht euch doch heuer einen Eissalon, zu dem ihr zu Fuß hingehen oder hinwandern könnt und sammelt so hin hungrig und zurück schleckend Kilometer!
  • Olympisches Scotland Yard: Spielt mit den anderen Gruppenleiter/innen oder Jugendlichen real life Scotland Yard und messt die Meter mit, die ihr nach- oder weglauft!
  • Drahtseilakt: Borgt euch Stelzen und Slacklines aus und legt gewichtige Meter mit noch mehr Gleichgewicht zurück!

Viel Spaß bei allen Aktionen! Wir freuen uns über alle lustigen Fotos von euren Kilometern und natürlich noch mehr, wenn wir es gemeinsam schaffen, die 10.000 km nach Rio de Janeiro zu wandern, rollen, hüpfen, gehen, schwimmen, purzeln, und und und!

Achtung! Wenn ihr Fotos von euren Kindern machen wollt, die ihr irgendwo veröffentlicht, braucht ihr die Erlaubnis der Kinder und der Eltern dafür!

Monika Gamillscheg

kumquat "kreativ" 1/2016

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