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Bildung gegen Armut

Qarssa/Äthiopien. Die Armut in der Region bedroht das Überleben vieler Menschen. Nahrungsmangel, verschmutztes Trinkwasser und fehlende medizinische Versorgung führen zu Krankheiten und hoher Kindersterblichkeit. Unterstützt mit Sternsinger-Spenden wenden die Frauen von Qarssa das Leben ihrer Familien zum Besseren.

Äthiopien ist eines der ärmsten Länder Afrikas. Die Versorgung mit ausreichender Nahrung und sauberem Trinkwasser ist sehr mangelhaft. Die zunehmende Trockenheit als Folge des Klimawandels erschwert das Überleben am Land zusätzlich. Wegen fehlendem Einkommen sind bei Krankheit in der Familie Medikamente und ärztliche Versorgung nicht möglich. Besonders Frauen leiden darunter, dass sie nie Lesen, Schreiben und Rechnen gelernt haben, und somit oft keinen Weg aus der Armutsspirale finden.

Mit einem umfassenden Programm unterstützt HEFDA (Harmee Education for Development Association), die Partnerorganisation der Dreikönigsaktion der Katholischen Jungschar, die Menschen der Region:

  • Schulbesuch von Mädchen, Ausbildung für Jugendliche und Alphabetisierung für Frauen schaffen Einkommensmöglichkeiten und spielen im Kampf gegen Armut eine zentrale Rolle.
  • Bessere Ernährungssituation durch Vermittlung von nachhaltigen Anbaumethoden, technologisch angepassten Geräten und alternativer Energieversorgung, z.B. Photovoltaik und Energiesparöfen. Diese (Bildungs-)Maßnahmen legen die Basis, um den Hunger zu besiegen, und verbessern die gesundheitliche Situation der Menschen nachhaltig.
  • Sauberes Trinkwasser durch neue Wasserstellen und durch den Schutz vor Verschmutzung, indem Toiletten finanziert werden. Das trägt maßgeblich zur Verhinderung von Infektionskrankheiten bei.
  • Kleinkreditprogramme, finanziert aus Sparvereinen von Frauengruppen, ermöglichen Projekte, die zu Einkommen führen. Frauen setzen so aus eigener Kraft wichtige Impulse für die Entwicklung der Gemeinden.

Ohne die Unterstützung durch die Sternsingeraktion wäre der Einsatz für die Frauen von Qarssa und ihre Familien nicht möglich. Der Projektleiter Darara Mole meint dazu: „Die Sternsinger-Kinder unterstützen uns dabei, Frauen aus ihrem „Gefängnis“ zu befreien, das darin besteht, keine Bildung zu erfahren. Ihr verhelft so den Menschen in Qarssa dazu, ihre Lebensumstände zu verbessern und an der wirtschaftlichen und sozialen Entwicklung teil zu haben. Danke für eure gute Taten der Nächstenliebe!“

Zur Situation von Frauen

Frauen haben es in der Arssi-Gesellschaft besonders schwer. Ihr Alltag ist von körperlich harter Arbeit geprägt: Wasser und Holz holen, Felder bestellen, Kinder betreuen und Haushalt führen. Dazu kommt, dass sie durch traditionelle Rollenzuschreibungen benachteiligt werden. Im Sternsinger-Projekt haben sich über 800 Frauen zusammengeschlossen, um ihre Situation zu verbessern.  Die Vergabe von Mikrokrediten aus dem Sparverein der Frauengruppe hat das Leben vieler Familien verändert. Ein Beispiel: Frauen haben begonnen, auf dem Feld hinter dem Haus Gemüse anzubauen. Jetzt können sie sich und ihre Familien gesünder und ausreichender ernähren. Es bleibt sogar noch etwas übrig, was auf dem Markt verkauft werden kann. Die gegenseitige Unterstützung der Frauen macht ihnen Mut, den Weg der Veränderung zu beschreiten.

Äthiopien ­­– Zahlen und Fakten

  • Fläche: 1.104.300 km² (Österreich: 83.871 km²)
  • Bevölkerung: rd. 90 Millionen (Österreich: 8,3 Millionen)
  • Sprachen: rd. 80 Sprachen werden in Äthiopien gesprochen, Amtssprache auf Bundesebene ist Amharisch, das von etwa 20 Mio. Menschen gesprochen wird.
  • Bevölkerungswachstum: 2,4 % (Österreich: 0,14 %)
  • Analphabetismus: 57,3 % (Österreich: 2 %)
  • Schulbesuch: nur 41 % der Kinder besuchen eine Grundschule, 10 % besuchen eine weiterführende Schule. Bei Mädchen ist dieser Anteil niedriger als bei Buben
  • Armut: 39 % der Bevölkerung haben weniger als 1,- Euro pro Tag zum Leben.
  • Ernährung: 46 % der Bevölkerung sind unterernährt
  • Lebenserwartung: 58,7 Jahre (Österreich 80,1 Jahre)
  • Human Development Index (HDI): Rang 174 von 187 (Österreich: Rang 19)
  • Gesundheitsversorgung: 3 Ärzte/innen pro 100.000 Einwohner/innen (Österreich 478)

kumquat "Pssst!" 4/2012

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