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Lola auf der Erbse Gruppenstunde

Gruppenstunde | Alter: 8-14 | Aufwand: mittel

Hintergrund

Diese Gruppenstunde bietet die Möglichkeit sich mit den Themen des Films "Lola auf der Erbse" näher auseinanderzusetzen.

Material

  • Eine getrocknete Kichererbse
  • Ev. Papier und Buntstifte
  • Schilder auf denen "Schwimmen Verboten" oder "Privatwasser. Kein Zutritt" steht
  • Zeitungen bzw. Zeitschriften
  • Postkasten oder Schachtel
  • Landkarte der von Kurd/innen bewohnten Gebiete
  • Ev. Landkarte (Türkei, Syrien, Irak, Iran) oder Globus
  • Spielfiguren, welche die kurdische Bevölkerung darstellen sollen
  • Ein Päckchen Taschentücher

Aufbau

Zu Beginn werft ihre gemeinsam einen Blick zurück auf den Film und taucht spielerisch in einige Themen und Szenen des Films ein. Anschließend macht ihr auf einer Landkarte anschaulich, woher die Kurd/innen kommen und warum viele von ihnen heute in anderen Ländern leben. In Form eines Aufstellspiels beschäftigt ihr euch damit, was es bedeutet illegal in einem Land zu leben und welche ungleichen Möglichkeiten Kinder dadurch haben. Zum Abschluss spielt ihr noch ein Laufspiel, bei dem ihr nur mit Zusammenhalt weiterkommt.

 

Einstieg


Vor dem Beginn der Gruppenstunde legst du eine getrocknete Kichererbse unter deinen Sitzpolster. Wenn die Kinder kommen, wunderst du dich darüber, warum du heute wohl so ungemütlich sitzt. Schließlich entdeckst du die Kichererbse und zeigst sie den Kindern.

Anschließend kannst du die Kinder fragen, woher sie diese ungemütlichen Erbsen kennen - vielleicht vom Film oder auch vom Märchen. So kommt ihr ins Gespräch über den Film. Überlegt, woran ihr euch noch erinnern könnt und fasst den Inhalt des Films gemeinsam zusammen.

Meinung malen


Wenn ihr länger Zeit habt, können die Kinder auch noch Szenen aus dem Film malen. So könnt ihr den Film vor allem mit kleineren (aber auch größeren Kindern) nachbesprechen: Jedes Kind malt, was ihr oder ihm am Film besonders gut oder schlecht gefallen hat, ihre/seine Lieblingsszene etc. Anschließend tauscht ihr euch über die unterschiedlichen Zeichnungen und Meinungen zum Film aus.

Bewegungsspiel: Schwimmen verboten!


Herr Barkelt, der Präsident des örtlichen Wassersportvereins, möchte den Fluss zu einem großen Wasserskigebiet umbauen, um möglichst viele Tourist/innen anzulocken. Lola und die anderen Kinder des Dorfes sind ihm dabei im Weg. Denn sie lieben es nach der Schule im Wasser zu spielen und stören so die Wasserskifahrer/innen bei ihrem Sport. Daher hat Herr Barkelt den Fluss zu seinem Privatwasser erklärt und überall riesige "Schwimmen Verboten"-Schilder aufgestellt. Er fährt nun den ganzen Tag auf seinem Schnellboot herum, um die schwimmenden Kinder aus dem Fluss zu scheuchen. Zum Glück gibt es da noch Lolas Hausboot und den alten Kahn von Kapitän Solmsen, auf denen sich die Kinder verstecken können. Doch auch dort haben nicht alle Kinder Platz...

Die Kinder bilden Dreier- oder Viererreihen, sie spielen Lolas Hausboot und den Kahn von Kapitän Solmsen. Dabei halten sie sich an den Hüften des/der Vorderen fest und tuckern langsam durch den Raum. Natürlich könnt ihr auch noch weitere Boote auf den Fluss lassen oder die Boote unterschiedlich groß machen.

Zwei Kinder sind nicht Teile eines Bootes, eines davon schwimmt alleine durch den Fluss, das andere spielt Herrn Barkelt auf seinem Schnellboot. Herr Barkelt versucht, das Kind leicht zu berühren bevor sich dieses auf eines der Boote flüchtet. Gelingt es dem schwimmenden Kind sich bei einem der Boote hinten anzuhängen, löst sich das vorderste Kind vom Boot und die Rollen werden getauscht: Herr Barkelt wird zum schwimmenden Kind und das vorderste Kind das sich soeben vom Boot gelöst hat, wird nun zu Herrn Barkelt und versucht das neue schwimmende Kind zu erwischen.

Herr Barkelt hat die Möglichkeit, seine Rolle an den Nagel zu hängen, indem er sich an eines der Boote anhängt. Dann löst sich wiederum das vorderste Kind und wird zum neuen Herrn Barkelt.

Schleichspiel: Zeitungen austragen


Rebin muss nach der Schule wieder einmal Zeitungen austragen, um seine Eltern zu unterstützen. Dabei muss er sehr vorsichtig sein, denn der Dorfpolizist darf ihn auf keinen Fall entdecken.

Baue mit Sesseln und Tischen im Gruppenraum einen kleinen Parcours auf, den die Kinder überwinden müssen oder ihr vereinbart eine Route im Pfarrheim. Am Beginn des Parcours liegt ein Stapel Zeitungen auf. Die Kinder versuchen je eine Zeitung ans andere Ende des Parcours zu bringen. Dort könnt ihr einen gebastelten Postkasten aufstellen oder ihr legt die Zeitungen einfach in einer Kiste ab. Du spielst den Dorfpolizisten und schlenderst gedankenverloren durch den Parcours. Um nicht vom Polizisten entdeckt zu werden, müssen sich die Kinder tarnen, wenn sie in dein Blickfeld kommen. Sie können zum Beispiel zu Büschen oder Bäumen erstarren (indem sie diese pantomimisch darstellen) oder sie verstecken sich hinter ihrer Zeitung und tun so, als würden sie nur auf einer Parkbank sitzen und lesen. Sobald der Polizist vorbeigegangen ist, können sie wieder weitergehen. Wird ein Kind doch einmal vom Polizisten entdeckt, beginnt es den Parcours wieder von vorne.

Illegal im Land


Anschließend kannst du mit den Kindern über die Situation von Rebin und seiner Familie in Deutschland sprechen. Frag die Kinder, ob sie sich erinnern können, warum Rebin sich immer verstecken muss.

Rebin ist Kurde und lebt mit seiner Familie illegal in Deutschland. Die Kurd/innen sind eine Gruppe mit einer eigenen Sprache, die seit sehr langer Zeit im Nahen Osten (im Grenzgebiet der heutigen Türkei, Syriens, des Iran und Irak) lebt.

Hier findest du eine Karte, wo die Gebiete in denen Kurd/innen leben eingezeichnet sind.
Kurdengebiete

Stelle die Spielfiguren auf dieser oder einer anderen Landkarte im Grenzgebiet zwischen der Türkei, Syrien, dem Irak und dem Iran als Gruppe auf und zeige den Kindern, wo überall Kurden wohnen.
Vor ca. 100 Jahren wurden in dem Gebiet neue Grenzen gezogen. Daraufhin lebten die Kurd/innen auf vier Staaten (Türkei, Syrien, Irak und Iran) verteilt.

Du kannst diese Teilung für die Kinder veranschaulichen, indem du die Spielfiguren klar sichtbar auf die Randgebiete der vier Länder verteilst.

Lola beschreibt das im Film so: "Das ist so wie wenn man Deutschland in drei Teile teilt und uns wollen sie dann nirgends mehr."

In diesen Staaten sind die Kurd/innen in der Minderheit und oft an den Rand gedrängt. In manchen Ländern durften sie z.B. lange ihre Sprache nicht sprechen oder bestimmte Berufe, z.B. in Ämtern nicht ausüben.

Daher haben viele Kurd/innen ihre Heimat verlassen und sind z.B. nach Deutschland gezogen. Doch auch in ihrer neuen Heimat sind sie oft an den Rand gedrängt. Rebins Familie etwa ist auch in Deutschland nicht erwünscht. Der deutsche Staat erlaubt ihnen nicht hier zu leben, weshalb sie sich verstecken müssen, um nicht wieder zurück gebracht zu werden.

Aufstellspiel: Unterschiedliche Möglichkeiten


Unterschiedliche Kinder haben unterschiedliche Möglichkeiten. Je nachdem wo ich herkomme, wie ich aussehe, wo ich lebe etc. stehen mir unterschiedliche Möglichkeiten offen. Im Film erklärt Rebin, was es bedeutet, illegal in Deutschland zu leben: "Ich habe keinen Ausweis, keine Versicherung, gar nichts."

Im folgenden Aufstellspiel beschäftigt ihr euch nochmal genauer mit dieser Situation.

Die Kinder teilen sich in drei Gruppen auf, die je eine Figur aus dem Film verkörpern: Lola, Rebin und Kevin (der Sohn von Herrn Barkelt). Alle drei Gruppen stellen sich an einem Ende des Raumes auf. Dann liest du nacheinander je eine der folgenden Möglichkeiten vor, die Kinder in ihrem Leben haben oder nicht haben können. Natürlich kannst du dir auch selber noch andere Fragen überlegen.

  • Ich darf in die Schule gehen.
  • Ich habe nette Geschwister mit denen ich mich gut verstehe.
  • Ich habe ein eigenes Handy.
  • Ich bin in der Klasse beliebt und werde von meinen Mitschüler/innen nicht gehänselt.
  • Meine Eltern haben einen angesehenen Beruf.
  • Ich habe ein eigenes Zimmer, in das ich mich zurückziehen kann, wenn ich alleine sein will.
  • Meine Eltern verdienen genug Geld, um mir alles was ich zum Leben und für die Schule brauche kaufen zu können.
  • Ich muss mich nicht vor der Polizei verstecken.
  • Wenn meine Eltern ihr Geld nicht (pünktlich) bekommen, sorgt der Staat dafür, dass ihre Chef/innen sie bezahlen.
  • Um mich kümmern sich zwei Elternteile.
  • Ich kann ins Krankenhaus gehen und werde dort kostenlos behandelt, egal wieviel Geld ich habe.
  • Ich kann später einmal Pfarrer werden.
  • Zu Hause haben wir eine Heizung damit es auch im Winter schön warm ist.
  • Wenn meine Eltern krank sind, dürfen sie einfach von der Arbeit zu Hause bleiben. Sie müssen sich nicht selbst darum kümmern, wer ihre Arbeit macht!
  • Ich habe gute Freund/innen, die auch in schwierigen Situationen zu mir halten.


Nach jeder Frage überlegt die Gruppe gemeinsam, ob ihre Filmfigur diese Möglichkeit hat. Antwortet die Gruppe mit "ja", geht sie einen Schritt nach vor, antwortet sie mit "nein", bleibt sie stehen.

Am Ende stehen die drei Figuren an ganz unterschiedlichen Positionen im Raum, sie haben unterschiedliche Möglichkeiten. Anhand dieser vielen kleineren und größeren Möglichkeiten sehen wir, dass es manche Kinder leichter haben, andere dagegen sehr schwer, weil sie sich um viele Dinge sorgen müssen, die für die meisten ganz selbstverständlich sind.

Abschlussspiel: gemeinsam vertreiben wir die Sorgen


Für manche dieser ungleichen Möglichkeiten gibt es vielleicht ganz einfache Lösungen, andere scheinen schier unüberwindlich.
Im Film können Rebin und seine Familie ihre Probleme lösen - vor allem weil er eine gute Freundin hat, die zu ihm hält und ihn unterstützt.

Wenn wir zusammenhalten und uns gegenseitig helfen, können wir sehr vieles schaffen und selbst Hürden meistern, die wir vorher für unüberwindbar gehalten haben. Das wollen wir im Abschlussspiel erproben.

Die Kinder spazieren sorglos vergnügt durch Lolas Dorf. Ein Kind spielt ein Sorgenmännchen und bekommt als Symbol dafür ein Taschentuchpäckchen. Das Sorgenmännchen versucht die anderen Kinder mit Sorgen anzustecken, indem es sie mit dem Taschentuchpäckchen berührt. Wird ein Kind erwischt, erstarrt es vor lauter Traurigkeit und all den Sorgen. Jedes erstarrte Kind kann von zwei sorglosen Kindern gemeinsam von seinen Sorgen befreit werden: Dafür nehmen sie das Kind zwischen ihre einander gereichten Hände und rufen: "Seemannsgarn, Piratenbrei, machen dich von Sorgen frei!".

Fünf gesunde Kinder können gemeinsam auch das Sorgenmännchen von seiner unangenehmen Aufgabe befreien. Wenn es ihnen gelingt, einen Kreis um das Sorgenmännchen zu bilden und sich die Hände zu reichen, muss das Sorgenmännchen das Taschentuchpäcken wegwerfen. Ein anderes Kind nimmt das Päckchen auf und wird zum neuen Sorgenmännchen.

Auch wenn das Sorgenmännchen nicht mehr Sorgenmännchen sein möchte, kann es das Taschentuchpäckchen einfach wegwerfen. Ein anderes Kind nimmt sich das Päckchen und wird zum neuen Sorgenmännchen.

Autor/in: Mia Kleinhäntz und Jonathan Scalet

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Schlagwörter: Sternsingen, Medien, Welt, Ungerechtigkeit