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Daumen rauf oder Finger weg?

Gruppenstunde | Alter: 12-15 | Aufwand: hoch

Hintergrund

Soziale Netzwerke sind mittlerweile ein allgegenwärtiger Bestandteil im Leben der Kinder und Jugendlichen. Vorteile sind vor allem die Vernetzung mit Freund/innen und die rasche Beschaffung von Informationen. Da soziale Netzwerke mittlerweile zu ständigen Begleitern geworden sind, ist es wichtig, mögliche problematische Aspekte mit Kindern zu thematisieren und auch eine Möglichkeit zum Austausch über ihre Erfahrungen mit sozialen Netzwerken zu bieten. Problematisch kann es sein, wenn soziale Interaktionen der Kinder vorwiegend online passieren. Deswegen wollen wir einen Raum schaffen, in dem wir uns real und persönlich begegnen.

Material

  • Landkarte der sozialen Medien
  • Fähnchen/Stecknadeln oder Klebepunkte
  • Zwei Gefäße und kleine Zettel mit Eigenschaftswörtern und Hauptwörtern
  • Klebeetiketten
  • Kameras (oder die Kinder verwenden ihre Smartphones)
  • Stofftiere oder (Hand)puppen
  • Plakate oder Korkuntersetzer
  • Fotos von bekannten/markanten Personen
  • Bunte Kärtchen/Post it
  • Pinnnadeln
  • Briefkuverts
  • Bunte "Jodel"-Kärtchen mit 240 Strichen als Platzhalter
  • A4 Papier und Stifte

Aufbau

Gemeinsam bereist ihr die Welt der sozialen Netzwerke, schaut euch an, wie sie funktionieren und worauf man achten sollte.

 

Einstieg ins soziale Netz


Du begrüßt die Kinder und erklärst ihnen, dass ihr heute in eine Reise in eine Welt machen werden, in der sie vielleicht auch schon die einen oder anderen Länder besucht haben. Von dieser Welt der sozialen Netzwerke hast du eine Landkarte zur Orientierung mitgebracht. Hier sind die unterschiedlichen Länder eingezeichnet. Alle Kinder bekommen Fähnchen, Klebepunkte oder Stecknadeln, mit denen sie markieren können, wo sie denn schon überall waren. Dann könnt ihr euch ansehen, was beliebte Reiseziele eurer Gruppe sind und wo ihr vielleicht noch nicht wart. Du kannst auch die Reiseroute der heutigen Gruppenstunde vorstellen und einzeichnen.

Reisevorbereitung: Username


Diese besondere Welt ist auch ein öffentlicher Raum. Oft möchte ich dort nicht mit meinem eigenen Namen auftreten. Meinen ganzen Namen, meine Telefonnummer und meine Adresse erzähle ich ja auch nicht gleich jedem auf der Straße. Im Internet gelangt man relativ schnell an solche Informationen. Deswegen ist die Erstellung von Usernamen ein wesentlicher Schritt der

Reisevorbereitung


Dafür hast du ein Gefäß mit Eigenschaftswörtern (am besten etwas mehr als es Gruppenmitglieder gibt) und ein Gefäß mit Hauptwörtern vorbereitet. Jedes Kind darf nun ein Eigenschaftswort und ein Hauptwort ziehen, mit einer beliebigen Zahl kombinieren und fertig ist der Username z.B. gelbesStreifenhörnchen17. Wenn die Kombination nicht gefällt, können natürlich auch Wörter getauscht werden. Jede/r kann ihren/seinen Usernamen auf ein Namensetikett schreiben und während der Gruppenstunde sprecht ihr euch mit euren Usernamen an.

Spielvariante für Jüngere: Um euch die Usernamen besser zu merken, könnt ihr eine Runde Obstsalat spielen. Statt der Obstsorten verwendet ihr eure Usernamen. Hier findest du die Spielanleitung für Obstsalat.

Snapchat


Bei Snapchat dreht sich alles ums perfekte Bild. Bei manchen Bildern ist es aber vielleicht nicht so passend, wenn sie öffentlich zugänglich sind. Die Kinder bilden Kleingruppen und bekommen ein Stofftier oder eine Puppe. Mit der Puppe/dem Stofftier sollen sie Beispiele für folgende Aufgaben finden und fotografieren:

  • Macht ein Foto, von dem ihr es ok findet, wenn es öffentlich (im Internet) zu finden ist.
  • Macht ein Foto, von dem ihr der Meinung seid, dass es passend ist, wenn es nur für eure Freunde sichtbar ist.
  • Macht ein Foto, das eurer Meinung nach privat ist und von dem ihr es unpassend findet, wenn es öffentlich zugänglich ist.


Jede Kleingruppe kann danach ihre Fotos herzeigen und die anderen raten, zu welcher Kategorie das jeweilige Foto gehört.

Spielvariante für Jüngere: Mit jüngeren oder sehr aktiven Kindern kann 1,2, oder 3 gespielt werden. Dazu klebst du drei Felder (1, 2 und 3) auf den Boden. Diese Felder repräsentieren die oben genannten Kategorien (öffentlich, Freunde, privat). Du zeigst die Fotos, die sie gemacht haben und die Kinder stellen sich auf das jeweilige Feld.

Facebook


Auf der Facebook-Pinnwand sind Fotos und persönliche Informationen der Nutzer/innen zu finden. Die Kinder haben nun die Aufgabe, in Kleingruppen Facebook-Pinnwände für Personen zu erstellen. Als Grundlage dafür hast du Korkuntersetzer oder Plakate vorbereitet. Dazu hast du Bilder von beliebigen Personen mitgebracht (das können bekannte Persönlichkeiten oder sehr markante Personen sein z.B. ein Fußballstar, ein Einsiedler, eine Sängerin etc.). Dazu überlegen sie sich, welche Informationen, diese Personen von sich preisgeben können/wollen, schreiben diese auf Kärtchen und pinnen sie auf die Pinnwand. Außerdem gibt es zu jeder Pinnwand auch ein Briefkuvert, in dem Informationen gesammelt werden, von denen ihr glaubt, dass diese Personen sie nicht auf ihrer Pinnwand teilen wollen.

Jodel


Über Jodel werden anonym schriftliche Nachrichten in einem gewissen Umkreis verbreitet. Diese Nachrichten haben maximal 240 Zeichen und beinhalten eigene Alltagserfahrungen und Gedanken. Du hast Kärtchen mit 240 Strichen als Platzhalter vorbereitet und auf geht es ans jodeln. Jodel-Posts können auch kommentiert werden (Kärtchen mit Antworten werden darunter gehängt). Probiert, euch nur schriftlich über Jodel auszutauschen und dabei nicht zu reden.

Gerüchteküche


Informationen verbreiten sich sehr schnell in sozialen Medien. Da ist es nicht immer leicht herauszufinden, was jetzt eigentlich wahr ist. Zu schnell passiert es, dass Halbwahrheiten weitergegeben werden. Im folgenden Spiel könnt ihr herausfinden, wie schnell es dazu kommt, dass Nachrichten verändert weitergegeben werden.

Jede/r Mitspieler/in bekommt einen Zettel und einen Stift und überlegt sich einen Satz, den er/sie oben auf den Zettel schreibt. Danach wird der obere Teil umgebogen und an den/die linke/n Nachbar/n/in weitergegeben. Diese/r sieht sich den Satz an, zeichnet ihn und faltet den Bogen dann weiter um. Der/die Nächste sieht nur das Bild und beschreibt es wiederum in einem Satz. Wichtig ist, dass jede/r nur das Bild oder den Satz der vorigen Person sieht, aber die anderen nicht. Wenn die Papierbögen voll sind, faltet ihr sie auf und seht euch an, wie sich die ursprünglichen Nachrichten verändert haben.

Autor/in: Benni Dittmoser-Pfeifer, Veronika Schippani, Babsi Grüner

Publikation: movi "Smombie" 2/2017

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