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Wer hat ihm die Augen geöffnet?

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Hintergrund

Auch wenn wir sehen, gibt es vieles, wofür wir blind sind. Jesus ist jemand, der uns die Augen öffnet und uns zeigt, was gut und richtig ist. Das ist der Kern der Verkündigung dieses Gottesdienstes.

Material

  • Papierbögen
  • Schreibzeug
  • lange violette Kerze

Aufbau

Wenn nur eine Lesung genommen wird, empfehlen wir dafür jene aus dem Neuen Testament. Beim Evangelium schlagen wir neben einer geringfügigen Kürzung vor, die abschließenden Worte der Begebenheit mit einzubeziehen.

Die dazu gestalteten Elemente sind:

  • Zur Begrüßung
  • Zur Besinnung
  • Kyrie
  • Evangelium und Verkündigung
  • Fürbitten
  • Zum Friedensgruß
  • Nach der Kommunion (Ostertuch)

 

Bibelstellen

1. Lesung: Sam 16,1b 6-7.10-13b

In jenen Tagen sprach der Herr zu Samuel: Fülle dein Horn mit Öl, und mach dich auf den Weg! Ich schicke dich zu dem Betlehemiter Isai; denn ich habe mir einen von seinen Söhnen als König ausersehen. Als Samuel den Eliab sah, dachte er: Gewiss steht nun vor dem Herrn sein Gesalbter. Der Herr aber sagte zu Samuel: Sieh nicht auf sein Aussehen und seine stattliche Gestalt, denn ich habe ihn verworfen; Gott sieht nämlich nicht auf das, worauf der Mensch sieht. Der Mensch sieht, was vor den Augen ist, der Herr aber sieht das Herz. So ließ Isai sieben seiner Söhne vor Samuel treten, aber Samuel sagte zu Isai: Sind das alle deine Söhne? Er antwortete: Der jüngste fehlt noch, aber der hütet gerade die Schafe. Samuel sagte zu Isai: Schick jemand hin, und lass ihn holen; wir wollen uns nicht zum Mahl hinsetzen, bevor er hergekommen ist. lsai schickte also jemand hin und ließ ihn kommen. David war blond, hatte schöne Augen und eine schöne Gestalt. Da sagte der Herr: Auf, salbe ihn! Denn er ist es. Samuel nahm das Horn mit dem Öl und salbte David mitten unter seinen Brüdern. Und der Geist des Herrn war über David von diesem Tag an.

2. Lesung: Eph 5,8-14

Brüder und Schwestern! Einst wart ihr in Finsternis, jetzt aber seid ihr durch den Herrn Licht geworden. Lebt als Kinder des Lichts! Das Licht bringt lauter Güte, Gerechtigkeit und Wahrheit hervor. Prüft, was dem Herrn gefällt, und habt nichts gemein mit den Werken der Finsternis, die keine Frucht bringen, sondern deckt sie auf! Denn man muss sich schämen, von dem, was sie heimlich tun, auch nur zu reden. Alles, was aufgedeckt ist, wird vom Licht erleuchtet. Alles Erleuchtete aber ist Licht. Deshalb heißt es: Wach auf, du Schläfer, und steh auf von den Toten, und Christus wird dein Licht sein.

Evangelium: Joh 9,1-3.6-41; 10,19-21

In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit seiner Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, sodass er blind geboren wurde? Jesus antwortete: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen. Die Nachbarn und andere, die ihn früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der da saß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich. Er selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden? Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach und wasch dich. Ich ging hin, wusch mich und konnte sehen. Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern. Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte. Auch die Pharisäer fragten ihn, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen; dann wusch ich mich, und jetzt kann ich sehen. Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere aber sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann? Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann selbst für sich sprechen.
Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten schon beschlossen, jeden, der ihn als den Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen. Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst. Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das eine weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann. Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt auch ihr seine Jünger werden? Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose. Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat, aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt. Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet.
Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört; wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er. Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines blind Geborenen geöffnet hat. Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus.
Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder. Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen, damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden. Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten dies. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde.
Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde. Wegen dieser und noch anderer Worte entstand wiederum Zwiespalt unter den Juden. Viele von ihnen sagten: Von einem Dämon ist er besessen und ist wahnsinnig. Was hört ihr ihn an? Andere sagten: Das sind nicht die Worte eines Besessenen. Kann etwa ein Dämon Blinden die Augen öffnen?

Hintergrund Evangelium:

Tradition


Der Evangelist greift mit dieser Wundergeschichte auf eine Tradition aus der sogenannten Semeia-Quelle (Zeichenquelle) zurück, wobei er das Material aus seiner Perspektive redigiert und bearbeitet. Dabei gestaltet er eine Parallele zur Heilung des Gelähmten am Teich Bethesda (Kap.5), bei der auch — wie bei dieser Blindenheilung — die Initiative von Jesus ausgeht und ein Gespräch mit dem Geheilten zum Konflikt mit den Pharisäern überleitet.

Das Wunder als Zeichen


Die Jünger suchen eine Erklärung für das Schicksal des blind Geborenen und sehen sie in einem Zusammenhang zwischen dem Leid und einer zurückliegenden Schuld, was jüdischer Auffassung entsprach. Jesus verneint diesen Zusammenhang. Dies ist nicht primär als Attacke gegen einen pharisäischen Standpunkt zu verstehen. Vielmehr soll das bevorstehende Wunder einer Offenbarung dienen. Die Heilung soll veranschaulichen, dass Jesus das "Licht der Welt" ist.

Speichel


In der Antike wird dem Speichel eine Heilkraft bei Augenleiden zugeschrieben. lndem Jesus die Augen des Blinden bestreicht, also eine "Arbeit" verrichtet, liefert er den Pharisäern den Ansatzpunkt für ihren Vorwurf, dass er die Sabbatruhe gebrochen habe.

Schiloach


Der Teich Schiloach lag innerhalb der Mauern in der Südostecke der Stadt und wurde hauptsächlich über einen Kanal aus der Gihonquelle gespeist, deren Wasser süß und reichlich war. Schiloach bedeutet "das Entsenden des Wassers". Die Ortsangabe kann also auch als Anspielung auf Christus, den von Gott Gesandten, verstanden werden. In einer weiteren Anspielung klingt Jesaja 8,6 an ("Dieses Volk verachtet die ruhig dahinfließenden Wasser von Schiloach."), womit auf den Unglauben der Pharisäer hingewiesen wird.

Zeugen


Der Blinde war als Bettler vielen Menschen bekannt, die jetzt zu Zeugen seiner Heilung werden. Manche aber bezweifeln seine Identität. Der Evangelist zeigt damit, dass auch ein großes Wunder den Unglauben nicht überwinden kann und leitet so zur hartnäckigen "Blindheit" der Pharisäer über.

Bruch des Sabbats


Diese nehmen Anstoß daran, dass die Heilung an einem Sabbat geschieht, womit Jesus nach ihrem Verständnis das Gesetz übertreten hat und also ein Sünder ist. Daher können er und das behauptete Zeichen auch nicht von Gott sein. Deshalb werden die Eltern verhört, ob ihr Sohn auch tatsächlich blind gewesen ist. Das bestätigen sie, mehr aber wollen sie nicht sagen. Der israelitische Knabe ist großjährig, wenn er dreizehn Jahre und einen Tag alt ist und kann dann selbst für sich sprechen. Darauf beziehen sich die Eltern.

Synagogenausschluss


Der Evangelist führt an, dass die Eltern dies aus Angst taten, aus der Synagoge ausgestoßen zu werden. Dieser Hinweis ist ein ganz wichtiges Element zur Datierung des Johannesevangeliums. Damit ist hier nämlich nicht mehr die übliche, zeitlich begrenzte Verbannung von der Synagoge (als eine Besserungszeit) gemeint, sondern der tatsächliche endgültige Ausschluss. Um 90 n.Chr. setzt Rabbi Gamaliel II. die "Verfluchung der Häretiker" durch. Damit sind all jene gemeint, die Jesus als den Messias bekennen. Dies bedeutete dann den endgültigen Ausschluss der christlichen Gemeinde aus dem Synagogenverband — und darauf wird an dieser Stelle klar angespielt. (Das Evangelium ist also jedenfalls nach dem Jahr 90 entstanden.)

Gemeindeerfahrungen


Diese konfliktreichen Erfahrungen der Johannesgemeinden mit den Juden prägen auch den Tonfall und Argumente des zweiten Verhörs des Geheilten durch die Pharisäer: In den Einschüchterungsversuchen, der Berufung der Pharisäer auf die Mose-Jüngerschaft, dem Bekenntnis des Geheilten zu Jesus und seiner darauffolgenden Verurteilung und Ausstoßung können wir diese Auseinandersetzungen noch mithören. Im abschließenden Dialog offenbart sich Jesus dem Mann als der Menschensohn. Er als das "Licht der Welt" möchte uns die Augen öffnen und uns sehend machen. An uns liegt es, auf seine Initiative einzugehen (wie der Blinde) und nicht auf unserer Blindheit zu beharren (wie die Pharisäer). Dies ist der Weg zum Glauben.

Elemente für einen Gottestdienst mit Kindern

Nach der Begrüßung


Auf den Kirchenbänken (oder nur auf den Bänken der vorderen Reihen, wenn dort üblicherweise die Kinder sitzen) liegen Papierbögen, auf denen ein Labyrinth abgedruckt ist (siehe dazu die Abbildung). Bei den Plätzen der Kinder liegt auch Schreibzeug bereit. Der Priester fragt die Kinder, ob sie wissen, was ein Prophet ist. Er erklärt, dass das Menschen waren, die ihre Mitmenschen dazu aufgerufen haben, richtig zu handeln. Sie konnten richtiges Handeln von falschem unterscheiden, denn sie wussten, was die Folgen davon waren. Manchmal werden sie auch Seher genannt, wir würden vielleicht heute sagen: Sie haben sich rausgesehen, oder: Sie hatten den Durchblick.

Der Priester fragt die Kinder, ob sie schon versucht haben, den richtigen Weg durch das Labyrinth zu finden. Wer hat schon den richtigen Weg? Wer hat schon den "Durchblick"? Der Priester fordert die Kinder, die die Lösung schon gefunden haben, auf, es auch den anderen zu zeigen. Das gibt dann sicher für einige ein "Ah ja, das hätt' ich doch gleich sehen müssen-Erlebnis". Es gibt oft solche Erlebnisse, wo uns wer anderer "die Augen öffnet" — dann sehen wir, wie es richtig .ist, und denken: "Ganz klar, jetzt seh' ich mich raus." Jesus war auch so jemand, der anderen die Augen geöffnet hat, aber davon wird noch im Evangelium die Rede sein.

Zur Besinnung


Der Priester fordert nun alle auf, die Augen zu schließen. Er erklärt, dass wir zwar auf diese Weise nicht sehen können, was um uns herum ist, aber vielleicht können wir dadurch besser in uns selber hineinsehen. In uns stecken viele Gefühle. Wenn wir etwas fühlen, sagen wir oft auch, wir sehen mit dem inneren Auge. Wir fühlen — sehen mit dem inneren Auge —, dass es jemandem schlecht geht, oder fühlen — sehen mit dem inneren Auge — dass jemand sich gerade gut fühlt. Manchmal ist es schwer, mit dem inneren Auge zu sehen, zu fühlen, wie es anderen geht. Versucht jetzt, euch zu überlegen, ob euch dazu ein Beispiel aus eurem Leben einfällt.

Kyrie


Jesus Christus, oft ist es schwierig, zu sehen, was richtig und gut ist, aber du bist das Licht, das uns den richtigen Weg zeigt.
Herr, erbarme dich.

Jesus Christus, oft ist es schwierig, zu sehen, wenn es anderen schlecht geht, oder wenn sie traurig sind. Wir merken oft nicht, wenn wir sie kränken; aber du willst, dass wir zueinander wie Freunde sind, so wie du unser Freund bist.
Christus, erbarme dich.

Jesus Christus, oft ist es schwierig, zu sehen, wie viel Gutes uns getan wird, und wie gern uns die Eltern und Freunde haben; aber du öffnest uns die Augen, damit wir einander besser sehen und verstehen können.
Herr, erbarme dich.

Lesung


Der Lektor nimmt, bevor er ans Pult tritt, vom Altar eine lange, violette Kerze, zündet sie an und liest mit der Kerze in der Hand die Lesung. Nachher stellt er die brennende Kerze auf den Altar zurück.

Evangelium und Verkündigung


Ein Teil der Verkündigung könnte bereits beim Vorlesen des Evangeliums integriert werden. Das würde das Erfassen der Bedeutung dieser Krankenheilung für die Kinder erleichtern. Die Gemeindemitglieder sollten in diesem Fall sitzen bleiben. Zum leichteren Verständnis könnte für junge Kinder auch eine Version aus einer Kinderbibel genommen werden.

Priester: In jener Zeit sah Jesus einen Mann, der seit Geburt blind war. Da fragten ihn seine Jünger: Rabbi, wer hat gesündigt? Er selbst? Oder haben seine Eltern gesündigt, sodass er blind geworden ist?

1. Sprecher/in (zum/zur 2. Sprecher/in gewandt): Du, warum glaubt denn der Jünger, dass der Blinde eine Sünde begangen hat?
2. Sprecher/in (der/die dem Priester aufmerksam zugehört hat): Weil man geglaubt hat, wenn jemand krank geworden ist, dann ist das eine Strafe Gottes für seine Sünden. Und wenn er schon von Geburt an krank ist, dann ist das eine Strafe für die Sünde seiner Eltern, verstehst du?
1. Sprecher/in: Ja, alles klar. (Die Sprecher/innen wenden sich wieder dem Priester zu.)

Priester: Jesus antwortete den Jüngern: Weder er noch seine Eltern haben gesündigt, sondern das Wirken Gottes soll an ihm offenbar werden. Als er dies gesagt hatte, spuckte er auf die Erde; dann machte er mit dem Speichel einen Teig, strich ihn dem Blinden auf die Augen ...

1. Sprecher/in: Pfui, das ist ja grauslich, jemandem Spucke ins Gesicht zu schmieren.
2. Sprecher/in: Aber damals hat man eben gedacht, dass Spucke ein gutes Heilmittel ist.
1. Sprecher/in: Ahso.

Priester: Jesus strich den Teig dem Blinden auf die Augen und sagte zu ihm: Geh und wasch dich in dem Teich Schiloach! Schiloach heißt übersetzt: der Gesandte. Der Mann ging fort und wusch sich. Und als er zurückkam, konnte er sehen.

1. Sprecher/in: Donnerwetter, nicht schlecht.
2. Sprecher/in: Pssst, die Geschichte geht ja noch weiter.

Priester: Die Nachbarn und andere, die den Mann früher als Bettler gesehen hatten, sagten: Ist das nicht der Mann, der da saß und bettelte? Einige sagten: Er ist es. Andere meinten: Nein, er sieht ihm nur ähnlich.

1. Sprecher/in: Pah, sieht ihm nur ähnlich. So ein Blödsinn. Die wollen doch nur Jesus schlechtmachen und als Betrüger hinstellen. Die konnten ihn wohl nicht leiden, was?
2. Sprecher/in: Schon möglich.

Priester: Der Mann selbst aber sagte: Ich bin es. Da fragten sie ihn: Wie sind deine Augen geöffnet worden? Er antwortete: Der Mann, der Jesus heißt, machte einen Teig, bestrich damit meine Augen und sagte zu mir: Geh zum Schiloach und wasch dich! Ich ging hin, wusch mich und konnte sehen. Sie fragten ihn: Wo ist er? Er sagte: Ich weiß es nicht. Da brachten sie den Mann, der blind gewesen war, zu den Pharisäern.

1. Sprecher/in: Phari was?
2. Sprecher/in: Pharisäer. Das waren Männer, die ihren jüdischen Glauben sehr ernst nahmen. Sie befolgten alle Gebote und Gesetze, auch die kleinsten, ganz, ganz genau. Das war für sie das Wichtigste überhaupt. Sie sagten, nur wer es auch so macht wie sie, der macht es gut und richtig und den liebt Gott.

Priester: Es war aber Sabbat an dem Tag, als Jesus den Teig gemacht und ihm die Augen geöffnet hatte.

1. Sprecher/in: Na und?
2. Sprecher/in: Der Sabbat ist der Ruhetag der Juden. Es gibt ein Gesetz, dass an diesem Tag niemand arbeiten darf.
1. Sprecher/in: Und dass Jesus den Blinden geheilt hat, war für die Phari ... äh ... Pharisäer eine Arbeit und deshalb waren sie unzufrieden mit ihm, ist es nicht so?
2. Sprecher/in: Ja.

Priester: Auch die Pharisäer fragten den Mann, der blind war, wie er sehend geworden sei. Der Mann antwortete ihnen: Er legte mir einen Teig auf die Augen, dann wusch ich mich und jetzt kann ich sehen. Einige der Pharisäer meinten: Dieser Mensch kann nicht von Gott sein, weil er den Sabbat nicht hält. Andere sagten: Wie kann ein Sünder solche Zeichen tun? So entstand eine Spaltung unter ihnen. Da fragten sie den Blinden noch einmal: Was sagst du selbst über ihn? Er hat doch deine Augen geöffnet. Der Mann antwortete: Er ist ein Prophet. Die Juden aber wollten nicht glauben, dass er blind gewesen und sehend geworden war. Daher riefen sie die Eltern des Geheilten und fragten sie: Ist das euer Sohn, von dem ihr behauptet, dass er blind geboren wurde? Wie kommt es, dass er jetzt sehen kann? Seine Eltern antworteten: Wir wissen, dass er unser Sohn ist und dass er blind geboren wurde. Wie es kommt, dass er jetzt sehen kann, das wissen wir nicht. Und wer seine Augen geöffnet hat, das wissen wir auch nicht. Fragt doch ihn selbst, er ist alt genug und kann für sich selbst sprechen. Das sagten seine Eltern, weil sie sich vor den Juden fürchteten; denn die Juden hatten beschlossen, jeden, der ihn als Messias bekenne, aus der Synagoge auszustoßen.

1. Sprecher/in: Was ist das, eine Sy - na - go - ge?
2. Sprecher/in: Das ist das Versammlungshaus der Juden. Dort haben sie gebetet, dort wurden auch die Kinder unterrichtet, da hat man sich getroffen und miteinander geredet und gefeiert.
1. Sprecher/in: Das wäre ja wirklich nicht schön, wenn man da nicht dabei sein darf.

Priester: Deswegen sagten seine Eltern: Er ist alt genug, fragt doch ihn selbst. Da riefen die Pharisäer den Mann, der blind gewesen war, zum zweiten Mal und sagten zu ihm: Gib Gott die Ehre! Wir wissen, dass dieser Mensch ein Sünder ist. Er antwortete: Ob er ein Sünder ist, weiß ich nicht. Nur das weiß ich, dass ich blind war und jetzt sehen kann. Sie fragten ihn: Was hat er mit dir gemacht? Wie hat er deine Augen geöffnet? Er antwortete ihnen: Ich habe es euch bereits gesagt, aber ihr habt nicht gehört. Warum wollt ihr es noch einmal hören? Wollt ihr auch seine Jünger werden? Da beschimpften sie ihn: Du bist ein Jünger dieses Menschen; wir aber sind Jünger des Mose. Wir wissen, dass zu Mose Gott gesprochen hat; aber von dem da wissen wir nicht, woher er kommt. Der Mann antwortete ihnen: Darin liegt ja das Erstaunliche, dass ihr nicht wisst, woher er kommt; dabei hat er doch meine Augen geöffnet. Wir wissen, dass Gott einen Sünder nicht erhört, wer aber Gott fürchtet und seinen Willen tut, den erhört er. Noch nie hat man gehört, dass jemand die Augen eines blind Geborenen geöffnet hat. Wenn dieser Mensch nicht von Gott wäre, dann hätte er gewiss nichts ausrichten können. Sie entgegneten ihm: Du bist ganz und gar in Sünden geboren, und du willst uns belehren? Und sie stießen ihn hinaus. Jesus hörte, dass sie ihn hinausgestoßen hatten, und als er ihn traf, sagte er zu ihm: Glaubst du an den Menschensohn? Der Mann antwortete: Wer ist das, Herr? Sag es mir, damit ich an ihn glaube. Jesus sagte zu ihm: Du siehst ihn vor dir; er, der mit dir redet, ist es. Er aber sagte: Ich glaube, Herr! Und er warf sich vor ihm nieder. Da sprach Jesus: Um zu richten, bin ich in diese Welt gekommen, damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden.

1. Sprecher/in: Das ist mir zu hoch.
2. Sprecher/in: Nun, Jesus ist gekommen, damit die, die nicht den richtigen Weg sehen, erkennen, was gut und richtig ist. Und die, die glauben, sie wissen schon alles, werden erkennen, dass sie doch einiges falsch verstanden haben.
1. Sprecher/in: Ich glaube, die Pharisäer sind solche Leute gewesen, die glauben, sie wüssten schon alles und Jesus hätte ihnen nichts zu sagen.

Priester: Einige Pharisäer, die bei ihm waren, hörten das, als er sagte: Ich bin gekommen, damit die Blinden sehend und die Sehenden blind werden. Und sie fragten ihn: Sind etwa auch wir blind? Jesus antwortete ihnen: Wenn ihr blind wärt, hättet ihr keine Sünde. Jetzt aber sagt ihr: Wir sehen. Darum bleibt eure Sünde. Wegen dieser Rede kam es unter den Juden erneut zu einer Spaltung. Viele von ihnen sagten: Er ist von einem Dämon besessen und redet im Wahn. Warum hört ihr ihm zu? Andere sagten: So redet kein Besessener. Kann ein Dämon die Augen von Blinden öffnen?

1. Sprecher/in: Also, die haben ja ganz schön auf Jesus geschimpft.
2. Sprecher/in: Ja, Jesus hatte zwar viele Anhänger, aber seine Feinde hassten ihn immer mehr, je beliebter er wurde.

Der Priester nimmt die violette Kerze vom Altar und beginnt:

Jetzt haben wir gehört, dass Jesus den Menschen die Augen öffnet. Auch wenn wir nicht wirklich blind sind, brauchen wir ab und zu jemanden, der uns die Augen öffnet. Als ihr den richtigen Weg durch das Labyrinth gesucht habt, haben auch einige von euch den anderen "die Augen geöffnet". Sie haben ihnen gezeigt, wie die Lösung ist. So jemand ist Jesus auch. Er will uns auch zeigen, was richtig und gut ist. Er will dort, wo wir uns nicht auskennen, wo wir nicht mehr weiterwissen, Klarheit bringen. Darum wurde Jesus auch oft mit einem Licht verglichen So wie das Paulus in seinem Brief an die Epheser getan hat, den wir bei der Lesung gehört haben. Darum habe ich jetzt auch diese Kerze genommen. Wir wollen uns jetzt nämlich überlegen, wann wir so ein Licht brauchen. Wann wünschen wir uns, dass uns endlich ein Licht aufgehen möge? Es passiert euch doch sicher ab und zu, dass ihr euch denkt: Das kann ich nicht, da weiß ich nicht mehr weiter, da seh' ich mich nicht mehr raus. Wenn jemandem eine solche Situation einfällt, kann er oder sie jetzt nach vorne kommen und kurz in einem Satz die Situation erzählen.
Der Priester gibt dem ersten Kind/Erwachsenen die Kerze in die Hand. Er erklärt, dass jeder, der eine Situation sagen möchte, das tun kann und dann die Kerze an den nächsten weitergibt. Ist die Kerze durch alle Hände derer, die etwas sagen wollen, gegangen, sagt der Priester:

Mit allen unseren Wünschen, Träumen und Hoffnungen kommen wir zu Gott, an den wir glauben. Darum beten wir: (Es folgt das Glaubensbekenntnis.)

Fürbitten


Jesus Christus, oft finden wir nicht den richtigen Weg. Wir brauchen jemanden, der uns die Augen öffnet. Wir bitten dich, geh mit uns, wenn wir uns aufmachen, die Lösung eines Problems zu suchen.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Wir bitten dich, lass uns nicht vergessen, dass du den richtigen Weg weißt, und dass wir ihn finden werden, wenn wir dich suchen. Wir bitten dich, erhöre uns.

Wir bitten dich, dass du immer bei uns bist und dass wir uns von dir die Augen öffnen lassen.
Wir bitten dich, erhöre uns.

Gabenbereitung


Dann fordert der Priester die Kinder auf, die violette Kerze wieder zum Altar zu tragen und damit die Altarkerzen zu entzünden.

Wenn Jesus in die Mitte seiner Jünger trat, hat er ihnen Frieden gebracht. Er ist nun auch unter uns. Darum bitten wir: Herr Jesus Christus, du öffnest uns die Augen und verschaffst uns Klarheit. Lass uns nicht in der Dunkelheit und dem Labyrinth unseres Lebens allein und schenke uns den Frieden und das Licht deines Lebens.

Nach der Kommunion


Mehr als die Hälfte der Fastenzeit ist bereits vorüber, und wir haben in dieser Zeit schon einiges von Jesus erfahren. Wir wissen: Jesus hört auf den Vater, Jesus ist Gottes Sohn und Jesus kommt uns entgegen. Heute haben wir erfahren: Jesus öffnet uns die Augen. So wie er einen Blinden heilte, so macht er uns sehend, damit wir erkennen, was gut und richtig ist. Wir wollen daran denken und uns die Augen öffnen lassen. Dieses Tuch soll uns daran erinnern.

Er nimmt das Tuch und steckt es am Ostertuch fest. (Siehe dazu "Die österliche Bußzeit".) Währenddessen trägt jemand (etwa eine/r der beiden Sprecher/innen) die violette Kerze vom Altar zum Kirchenausgang und stellt sie dort ab (etwa auf dem Schriftenstand).

Zum Friedensgruß


Als Friedensgeschenk wurden kleine, auf Papier gemalte und eventuell ausgeschnittene Augen in Herzen an alle verteilt, diese sollen beim Friedensgruß weitergegeben werden. (Vor dem Friedensgruß werden sie an alle Menschen in der Kirche verteilt.)

Lasst uns nun beten


Gütiger Gott, du willst, dass wir sehen können, was der richtige Weg ist.
Darum hast du uns Jesus geschickt — er öffnet uns die Augen.
Wir wollen unsere Augen nicht verschließen vor dir.
Mach uns bereit und offen, darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn und Bruder.
Diese Kerze soll uns daran erinnern, dass wir dieses Licht, das uns aufgeht, wenn wir uns von Jesus die Augen öffnen lassen, hinaustragen und anderen weitergeben wollen.

Publikation: Effata

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Jahreskreis: Fastenzeit

Lesejahr: A

Sonntag im Jahreskreis : 4. Fastensonntag

 

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